Vielleicht hat der ein oder andere mich in den vergangenen Wochen schon im Rathaus, im Pflegehaus oder bei einer Veranstaltung kennengelernt. Für viele ist aber wahrscheinlich noch gar nicht so richtig greifbar, was sich eigentlich hinter dem Begriff "Care Management" verbirgt und was meine Aufgabe hier in Vrees ist. Deshalb möchte ich mich heute noch einmal etwas persönlicher vorstellen.
Christina, du bist seit dem 01.06.2026 Care-Managerin in Vrees. Was bringst du für diese Aufgabe mit?
Mein beruflicher Ursprung liegt in der Altenpflege. Ich bin examinierte Altenpflegerin und habe viele Jahre in unterschiedlichen Bereichen der Pflege gearbeitet- später auch in leitender Funktion, im Qualitätsmanagement und in der Projekt- und Netzwerkarbeit.
Bei all den unterschiedlichen Aufgaben ist für mich aber eines immer gleich geblieben:
Mein Interesse gilt den älteren Menschen und der Frage, wie wir dafür sorgen können, dass sie gut versorgt sind und möglichst lange selbstbestimmt leben können.
Genau deshalb freue ich mich sehr, diese Erfahrungen heute in Vrees einbringen zu können.
Was bedeutet Care Management denn ganz konkret?
Ein wichtiger Teil meiner Aufgabe besteht darin, genauer hinzuschauen: Welche Angebote haben wir bereits? Wo gibt es vielleicht noch Lücken? Was brauchen ältere Menschen, Angehörige oder auch Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten?
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele neue Angebote zu schaffen, nur damit etwas "Neues" da ist. Mir ist es viel wichtiger, dass das, was wir entwickeln, wirklich gebraucht und angenommen wird.
Dafür möchte ich Menschen miteinander vernetzen, bestehende Strukturen stärken und gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft Ideen entwickeln.
Du möchtest ältere Bürgerinnen und Bürger künftig auch zu Hause besuchen. Was steckt dahinter?
Dafür habe ich ein Konzept für präventive Hausbesuche entwickelt, mit dem ich gerne gegen Ende des Jahres beginnen möchte. Denn nicht jeder kommt ins Rathaus, besucht eine Veranstaltung oder meldet sich von sich aus, wenn Unterstützung hilfreich wäre. Deshalb möchte ich auch den umgekehrten Weg gehen und - natürlich nur, wenn dies gewünscht ist- ältere Bürgerinnen und Bürger in ihrem eigenen Zuhause besuchen.
Dabei geht es zunächst vor allem ums Kennenlernen und Zuhören.
- Wie geht es Ihnen im Alltag?
- Fühlen Sie sich in Vrees gut versorgt?
- Gibt es Dinge, die Ihnen fehlen?
- Kennen Sie bereits unsere vorhandenen Angebote?
- Gibt es vielleicht Wünsche oder Ideen, an die wir bisher noch gar nicht gedacht haben?
Das könnten mögliche Gesprächseingänge sein - denn ich glaube, dass wir nur dann gute Angebote für ältere Menschen entwickeln können, wenn wir nicht nur über sie, sondern vor allem mit ihnen sprechen.
Und was beschäftigt dich aktuell noch?
Ein besonderer Augenmerk liegt natürlich auch auf unserem Pflegehaus in Vrees. Ich möchte dazu beitragen, dass dieses besondere Wohnangebot gut aufgestellt ist, sich weiterentwickeln kann und die Bedürfnisse der dort lebenden Menschen im Mittelpunkt bleiben. Gleichzeitig beschäftige ich mich mit der zukunftigen Entwicklung und dem geplanten Neubau des Pflegehauses II. Für mich ist das eine große Chance, Erfahrungen aus der bestehenden Versorgung mitzunehmen und gemeinsam zu überlegen, wie wir Wohnen, Unterstützung, Pflege und Gemeinschaft für ältere Menschen künftig gestalten möchten.
Daneben gibt es viele weitere Themen: Ehrenamt, Begegnungsmöglichkeiten, Beratung, Vernetzung, Unterstützung im Alltag und die Frage, wie wir auch Menschen erreichen können, die bisher vielleicht noch wenig Berührungen mit unseren Angeboten hatten.
Was wünscht du dir von den Menschen in Vrees?
Vor allem Offenheit - und den Mut, mich einfach anzusprechen. Ich komme nicht mit dem Anspruch nach Vrees, schon alle Antworten zu kennen. Im Gegenteil: Die Menschen die hier leben, wissen selbst am besten, was ihr Dorf braucht. Deshalb freue ich mich über Gespräche, Ideen, Wünsche und auch über ein ehrliches: "Das brauchen wir hier eigentlich gar nicht."
Und vielleicht entstehen manche der besten Ideen auch ganz nebenbei- bei einem Gespräch im Pflegehaus, auf einer Veranstaltung, im Rathaus oder später bei einer Tasse Tee am Küchentisch.
Mein Wunsch ist eigentlich ganz einfach:
Das ältere Menschen in Vrees wissen: Da ist jemand, den ich ansprechen kann. Jemand, der zuhört, vermittelt, mitdenkt und versucht, gemeinsam mit anderen eine gute Lösung zu finden. Denn gutes Älterwerden beginnt für mich nicht erst dann, wenn Pflege notwendig wird. Es beginnt viel früher - mit Gemeinschaft, Aufmerksamkeit und dem Gefühl, auch im Alter weiterhin ein selbstverständlicher Teil des Dorflebens zu sein.